Gerhard Noetzel - Kirchenmusiker am Dom zu Halle

 


In der halleschen Werkstatt Friedrich Wilhelm Wäldners und seines Sohnes August Ferdinand Wäldner wurde im Jahre 1851 deren größtes Instrument hergestellt. Mit 33 über zwei Manuale und Pedal verteilten Registern in einem eindrucksvollen Gehäuse gilt sie damit neben der weltberühmten Ladegast-Orgel im Merseburger Dom als musikgeschichtlich bedeutendste Großorgel des mittleren 19. Jahrhunderts in Sachsen-Anhalt. Die Disposition wurde nachweislich von dem damaligen Magdeburger Domorganisten August Gottfried Ritter entworfen, einem der brillantesten Orgelkomponisten und -improvisatoren seiner Zeit.

Damit ist die Wäldner-Orgel ein herausragendes Zeugnis für eine Phase der Musikgeschichte, in der Orgelspiel und Orgelkomposition in Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Liszt, Julius Reubke, Robert Schumann und Johannes Brahms auf einen neuen Höhepunkt nach Bach emporstiegen. Die Domorgel wurde im 20. Jahrhundert dem Modegeschmack des jeweiligen Organisten angepasst. Wohl mehr als fünf verschiedene Orgelbauer waren an diesen Umbauten beteiligt. Leider hat das Instrument dadurch viel von seinem romantischen Klangbild verloren. Von den ursprünglich 33 Registern sind 21 Register ganz bzw. teilweise verloren. 1954 verursachte zudem eine abgestürzte Gewölberippe Schaden.

In den letzten 40 Jahren hat die Orgel unter den wechselnden Bauzuständen des Doms und durch aktiven Holzwurmbefall deutlich Gelitten. Die Restaurierung der Wäldner-Orgel setzt auf der einen Seite glücklicherweise nur wenige Ausbesserungen an Spieltisch, Trakturen, Windladen und Kanalanlage im Orgelinneren voraus. Etwa zehntausend Arbeitsstunden sind für eine gewissenhafte und denkmalpflegegerechte Ausführung dieses Kunsthandwerkes notwendig. Die Einnahmen durch den Verkauf der CD fließen zu 100% in die Restauration der Orgel.

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